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Etomidat ist ein kurzwirksames Injektionsnarkotikum, das zur Einleitung einer Vollnarkose eingesetzt wird. Es zeichnet sich durch eine hohe kardiovaskuläre Stabilität aus.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenEtomidat ist ein kurzwirksames Injektionsnarkotikum, das zur Einleitung einer Vollnarkose eingesetzt wird. Es zeichnet sich durch eine hohe kardiovaskuläre Stabilität aus.
Etomidat (lateinisch: Etomidatum) ist ein schnell wirkendes Hypnotikum, das intravenös zur Narkoseeinleitung verabreicht wird. Es gehört zur Gruppe der Imidazol-Derivate und wird vor allem in der Anästhesiologie und Notfallmedizin eingesetzt. Besonders geschätzt wird Etomidat wegen seiner minimalen Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, was es zu einem Mittel der Wahl bei hämodynamisch instabilen Patienten macht.
Etomidat wird hauptsächlich zur Einleitung einer Allgemeinanästhesie verwendet. Typische Anwendungsgebiete umfassen:
Etomidat entfaltet seine narkotische Wirkung durch Potenzierung des GABA-A-Rezeptors im zentralen Nervensystem. GABA (Gamma-Aminobuttersäure) ist der wichtigste hemmende Neurotransmitter im Gehirn. Durch Bindung an den GABA-A-Rezeptor erhöht Etomidat die Chloridionen-Leitfähigkeit der Nervenzellmembran, was zu einer Hyperpolarisation und damit zur Hemmung der neuronalen Erregbarkeit führt. Der Bewusstseinsverlust tritt innerhalb von 30 bis 60 Sekunden nach intravenöser Gabe ein und hält etwa 3 bis 5 Minuten an.
Die übliche Einleitungsdosis für Erwachsene beträgt 0,2 bis 0,3 mg/kg Körpergewicht intravenös. Die Dosierung wird individuell angepasst, abhängig von Alter, Körpergewicht, Allgemeinzustand und Begleitmedikation des Patienten. Etomidat ist nur zur intravenösen Anwendung bestimmt und wird ausschließlich von medizinischem Fachpersonal verabreicht.
Etomidat gilt als kardiovaskulär gut verträglich, kann jedoch verschiedene Nebenwirkungen verursachen:
Etomidat sollte nicht oder nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden bei:
Im Vergleich zu Propofol und Thiopental hat Etomidat den Vorteil der besseren hämodynamischen Stabilität, d. h. es senkt Blutdruck und Herzfrequenz deutlich weniger. Im Vergleich zu Ketamin fehlt Etomidat die analgetische und bronchodilatatorische Wirkung. Aufgrund der Nebennierenrindensuppression ist die Anwendung bei Intensivpatienten umstritten.
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