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Der Canalis hyaloideus ist ein feiner Kanal im Glaskörper des Auges, der embryonal die Arteria hyaloidea beherbergte. Er ist ein normaler anatomischer Überrest.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenDer Canalis hyaloideus ist ein feiner Kanal im Glaskörper des Auges, der embryonal die Arteria hyaloidea beherbergte. Er ist ein normaler anatomischer Überrest.
Der Canalis hyaloideus (auch Cloquet-Kanal genannt) ist ein schmaler, röhrenförmiger Kanal, der durch den Glaskörper des Auges verläuft. Er erstreckt sich von der Rückseite der Augenlinse bis zur Sehnervenpapille (Papilla nervi optici) an der hinteren Augenwand. Der Kanal hat einen Durchmesser von etwa 1–2 mm und ist von einer dünnen Hülle aus verdichtetem Glaskörpergewebe umgeben.
Benannt wurde der Kanal nach dem französischen Anatomen Jules Germain Cloquet (1790–1883), der ihn im 19. Jahrhundert beschrieb.
In der embryonalen Entwicklung des Auges erfüllt der Canalis hyaloideus eine wichtige Aufgabe: Er enthält die Arteria hyaloidea, ein Blutgefäß, das die sich entwickelnde Augenlinse mit Nährstoffen versorgt. Dieses Gefäß ist ein Ast der Arteria centralis retinae.
Bei gesunden Erwachsenen ist der Canalis hyaloideus in der Regel klinisch unauffällig und bei einer Augenuntersuchung mittels Spaltlampe oder Ophthalmoskopie nur schwer sichtbar. Er stellt einen vollkommen normalen anatomischen Befund dar und verursacht keine Beschwerden.
In seltenen Fällen kann die Arteria hyaloidea nach der Geburt nicht vollständig zurückgebildet sein. Man spricht dann von einer persistierenden Arteria hyaloidea. Dies kann isoliert auftreten oder mit anderen Fehlbildungen des Auges verbunden sein, wie dem persistierenden hyperplastischen primären Glaskörper (PHPV), heute auch als persistente fetale Vaskularisation (PFV) bezeichnet.
Der Canalis hyaloideus kann bei der altersbedingt oder krankheitsbedingt auftretenden hinteren Glaskörperabhebung eine Rolle spielen. Strukturelle Veränderungen entlang des Kanals können den Ablösungsprozess beeinflussen.
Der Canalis hyaloideus wird in der Regel im Rahmen einer augenärztlichen Routineuntersuchung beurteilt. Folgende diagnostische Methoden kommen zum Einsatz:
Der Canalis hyaloideus ist ein embryologisch bedeutsamer, aber postnatal funktionsloser Kanal im Glaskörper des Auges. Er ist ein normaler Überrest der fetalen Augenentwicklung und hat beim gesunden Erwachsenen keine klinische Bedeutung. Pathologische Varianten, insbesondere die persistierende Arteria hyaloidea, können jedoch behandlungsbedürftige Sehstörungen verursachen.
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