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Gallenfarbstoffe sind natürliche Abbauprodukte des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin und verleihen der Galle ihre charakteristische gelblich-grüne Farbe.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenGallenfarbstoffe sind natürliche Abbauprodukte des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin und verleihen der Galle ihre charakteristische gelblich-grüne Farbe.
Gallenfarbstoffe sind natürliche Pigmente, die als Stoffwechselprodukte beim Abbau von Hämoglobin entstehen – dem roten Farbstoff in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Der wichtigste Gallenfarbstoff ist Bilirubin, das für die gelblich-grüne Farbe der Galle sowie für die gelbe Verfärbung von Haut und Augen bei der Gelbsucht (Ikterus) verantwortlich ist. Ein weiterer bedeutender Gallenfarbstoff ist Biliverdin, das eine grünliche Farbe besitzt und eine Vorstufe des Bilirubins darstellt.
Wenn rote Blutkörperchen nach ihrer Lebensdauer von etwa 120 Tagen abgebaut werden, wird das in ihnen enthaltene Hämoglobin in seine Bestandteile zerlegt. Dabei entsteht zunächst Biliverdin, das anschließend zu Bilirubin umgewandelt wird. Dieser Prozess findet hauptsächlich in der Milz, der Leber und im Knochenmark statt.
Die Messung der Bilirubinkonzentration im Blut ist ein wichtiger diagnostischer Parameter, der Aufschluss über die Funktion von Leber, Gallenblase und Gallenwegen gibt. Erhöhte Bilirubinwerte können auf verschiedene Erkrankungen hinweisen.
Die Normalwerte für Bilirubin im Blutserum bei Erwachsenen liegen in der Regel bei:
Werte über 2–3 mg/dl führen in der Regel zu einer sichtbaren Gelbfärbung der Haut und der Skleren (Augenweiß), die als Ikterus bezeichnet wird.
Gallenfarbstoffe werden im Rahmen einer Blutuntersuchung als Teil der Leberwerte bestimmt. Darüber hinaus kann Bilirubin auch im Urin nachgewiesen werden. Ein erhöhter Bilirubingehalt im Urin (Bilirubinurie) deutet auf eine Lebererkrankung oder einen Gallenstau hin. Die klinische Einschätzung erfolgt stets in Kombination mit weiteren Laborwerten wie GPT (ALT), GOT (AST), Gamma-GT und Alkalischer Phosphatase.
Bei Neugeborenen ist eine vorübergehende Gelbsucht (Neugeborenenikterus oder Icterus neonatorum) sehr häufig. Da die Leber des Neugeborenen noch nicht vollständig ausgereift ist, kann Bilirubin zunächst nicht ausreichend abgebaut werden. In den meisten Fällen bildet sich diese Gelbsucht innerhalb weniger Tage von selbst zurück. Bei stark erhöhten Werten kann eine Therapie mit Blaulicht-Phototherapie notwendig sein, da Licht Bilirubin in wasserlösliche Abbauprodukte umwandelt.
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