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Blausäure (Cyanwasserstoff, HCN) ist eine hochgiftige chemische Verbindung, die in Natur und Industrie vorkommt und bei Aufnahme lebensbedrohliche Vergiftungen verursachen kann.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenBlausäure (Cyanwasserstoff, HCN) ist eine hochgiftige chemische Verbindung, die in Natur und Industrie vorkommt und bei Aufnahme lebensbedrohliche Vergiftungen verursachen kann.
Blausäure, chemisch als Cyanwasserstoff (HCN) bezeichnet, ist eine farblose bis leicht gelbliche, flüchtige Flüssigkeit mit einem charakteristischen Mandelgeruch. Sie zählt zu den stärksten bekannten Giftstoffen und kann bereits in kleinen Mengen tödlich wirken. Blausäure kommt sowohl in der Natur als auch in industriellen Prozessen vor und ist als Cyanid bekannt – ein Begriff, der sich auf Verbindungen bezieht, die das Cyanid-Ion (CN⁻) enthalten.
Blausäure tritt in verschiedenen natürlichen und synthetischen Quellen auf:
Blausäure wirkt als zelluläres Atemgift. Das Cyanid-Ion hemmt das Enzym Cytochrom-c-Oxidase, ein zentrales Enzym der mitochondrialen Atmungskette. Dadurch wird die Sauerstoffverwertung in den Zellen blockiert – obwohl ausreichend Sauerstoff im Blut vorhanden ist, können die Zellen diesen nicht mehr nutzen. Es kommt zur sogenannten inneren Erstickung (histotoxische Hypoxie). Besonders empfindlich reagieren das Herz und das Gehirn.
Die letale Dosis für einen Erwachsenen liegt bei oraler Aufnahme bei etwa 1–3 mg Blausäure pro Kilogramm Körpergewicht. Bei Inhalation können bereits sehr geringe Konzentrationen (ab ca. 100–300 ppm in der Atemluft) tödlich sein.
Die Symptome einer Vergiftung hängen von der aufgenommenen Menge und dem Expositionsweg ab und können sich sehr rasch entwickeln:
Ein charakteristisches Zeichen einer Cyanid-Vergiftung ist das sogenannte Kirschrot der Haut und Schleimhäute, da das venöse Blut aufgrund der blockierten Sauerstoffverwertung ungewöhnlich sauerstoffreich bleibt.
Die Diagnose einer Blausäure-Vergiftung erfolgt in erster Linie klinisch – also anhand der Symptome und der Expositionsgeschichte (z. B. Brandereignis, Industrieunfall, Einnahme cyanogener Substanzen). Laborchemisch kann die Cyanid-Konzentration im Blut bestimmt werden, allerdings steht dieser Test im Notfall häufig nicht sofort zur Verfügung. Hinweisgebend sind zudem eine erhöhte Laktat-Konzentration im Blut (metabolische Azidose) sowie eine paradox hohe Sauerstoffsättigung im venösen Blut.
Eine Blausäure-Vergiftung ist ein medizinischer Notfall, der sofortiges Handeln erfordert:
Im alltäglichen Leben ist das Risiko einer Blausäure-Vergiftung durch Lebensmittel gering, aber nicht zu vernachlässigen. Bittermandeln, rohe Aprikosenkerne und Maniok enthalten cyanogene Glykoside. Durch ausreichendes Erhitzen, Einweichen und Wässern können diese weitgehend abgebaut werden. Besondere Vorsicht ist bei Kindern geboten, da bereits wenige Bittermandeln eine gefährliche Vergiftung auslösen können. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Grenzwerte für cyanogene Glykoside in Lebensmitteln festgelegt.
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