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Der mesomere Effekt beschreibt die Delokalisierung von Elektronen in konjugierten Systemen durch Resonanz. Er beeinflusst Reaktivität und Eigenschaften organischer Moleküle.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenDer mesomere Effekt beschreibt die Delokalisierung von Elektronen in konjugierten Systemen durch Resonanz. Er beeinflusst Reaktivität und Eigenschaften organischer Moleküle.
Der mesomere Effekt (auch M-Effekt oder Resonanzeffekt genannt) ist ein grundlegendes Konzept der organischen Chemie. Er beschreibt die Verschiebung von Elektronen innerhalb eines Moleküls durch die Delokalisierung von pi-Elektronen oder freien Elektronenpaaren über konjugierte Systeme hinweg. Diese Elektronenverschiebung erfolgt nicht durch tatsächliche Bewegung einzelner Elektronen, sondern durch die Überlappung von p-Orbitalen benachbarter Atome.
Der mesomere Effekt ist eng mit dem Begriff der Resonanz verbunden: Ein Molekül kann durch mehrere sogenannte Grenzstrukturen (Resonanzstrukturen) beschrieben werden, die gemeinsam den realen Zustand des Moleküls darstellen. Der tatsächliche Zustand liegt dabei zwischen diesen Grenzstrukturen und wird als Resonanzhybrid bezeichnet.
Beim positiven mesomeren Effekt (+M) schiebt ein Substituent Elektronen in das konjugierte System hinein. Dies erhöht die Elektronendichte im Molekül und macht es nucleophiler. Typische Gruppen mit +M-Effekt sind:
Beim negativen mesomeren Effekt (-M) zieht ein Substituent Elektronen aus dem konjugierten System heraus. Dies senkt die Elektronendichte und macht das Molekül elektrophiler. Typische Gruppen mit -M-Effekt sind:
Der mesomere Effekt ist vom induktiven Effekt (I-Effekt) zu unterscheiden. Während der induktive Effekt eine Elektronenverschiebung entlang von Sigma-Bindungen (durch die Elektronegativitätsdifferenz benachbarter Atome) beschreibt, bezieht sich der mesomere Effekt ausschliesslich auf die Delokalisierung über pi-Systeme. In der Praxis wirken beide Effekte oft gleichzeitig auf ein Molekül ein und müssen gemeinsam berücksichtigt werden.
Der mesomere Effekt hat weitreichende Auswirkungen auf das chemische Verhalten organischer Verbindungen:
In der Pharmakologie spielt der mesomere Effekt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Arzneistoffen. Die elektronischen Eigenschaften funktioneller Gruppen, die durch den M-Effekt beeinflusst werden, bestimmen unter anderem:
So beeinflusst beispielsweise der mesomere Effekt von Hydroxylgruppen in Phenolen die Acidität dieser Verbindungen und damit ihr Verhalten im physiologischen Milieu des menschlichen Körpers.
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