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ME/CFS ist eine schwere chronische Erkrankung mit extremer Erschöpfung, kognitiven Störungen und Belastungsintoleranz, die die Lebensqualität stark einschränkt.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenME/CFS ist eine schwere chronische Erkrankung mit extremer Erschöpfung, kognitiven Störungen und Belastungsintoleranz, die die Lebensqualität stark einschränkt.
ME/CFS steht für Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom. Es handelt sich um eine schwere, chronische und komplexe Multisystemerkrankung, die das Nervensystem, das Immunsystem sowie den Energiestoffwechsel betrifft. Betroffene leiden unter einer extremen, nicht erholsamen Erschöpfung, die durch Schlaf oder Ruhe nicht gelindert wird und deren Ursache lange Zeit unterschätzt wurde. ME/CFS wird heute von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als neurologische Erkrankung klassifiziert.
Die genauen Ursachen von ME/CFS sind noch nicht vollständig geklärt. Als Auslöser gelten häufig:
Das Leitsymptom von ME/CFS ist die Post-Exertionelle Malaise (PEM) – eine Verschlechterung aller Symptome nach körperlicher oder geistiger Anstrengung, die Stunden bis Tage andauern kann. Weitere häufige Symptome sind:
Es gibt bislang keinen spezifischen Bluttest oder Biomarker zur Diagnose von ME/CFS. Die Diagnose erfolgt klinisch anhand etablierter Diagnosekriterien:
Zur Diagnosestellung müssen andere Erkrankungen ausgeschlossen werden (z. B. Schilddrüsenerkrankungen, Depressionen, Schlafapnoe). Die Symptome müssen mindestens 6 Monate bestehen und mit erheblicher Funktionseinschränkung einhergehen.
Eine ursächliche Therapie für ME/CFS existiert derzeit nicht. Die Behandlung ist symptomorientiert und umfasst:
Pacing gilt als wichtigste Maßnahme: Betroffene lernen, ihre Aktivitäten so zu dosieren, dass die individuelle Belastungsgrenze nicht überschritten wird, um PEM-Episoden zu vermeiden. Stufenweise Belastungssteigerung (Graded Exercise Therapy, GET) wird bei ME/CFS mittlerweile kritisch gesehen und von Fachgesellschaften nicht mehr empfohlen.
Da ME/CFS oft zu sozialer Isolation und psychischer Belastung führt, ist psychosoziale Begleitung ein wichtiger Bestandteil der Versorgung. Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) kann unterstützend eingesetzt werden – jedoch ausschließlich zur Bewältigungsunterstützung, nicht als kausale Therapie.
ME/CFS wird in verschiedene Schweregrade eingeteilt:
Seit der COVID-19-Pandemie ist das Bewusstsein für ME/CFS deutlich gestiegen. Ein erheblicher Anteil der Personen mit Long COVID erfüllt die diagnostischen Kriterien für ME/CFS. Dies hat die Forschungsaktivitäten weltweit deutlich intensiviert und neue Erkenntnisse zur Pathophysiologie geliefert.
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