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Phenprocoumon ist ein orales Antikoagulans (Blutverdünner) aus der Gruppe der Vitamin-K-Antagonisten. Es wird zur Vorbeugung und Behandlung von Thrombosen und Embolien eingesetzt.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenPhenprocoumon ist ein orales Antikoagulans (Blutverdünner) aus der Gruppe der Vitamin-K-Antagonisten. Es wird zur Vorbeugung und Behandlung von Thrombosen und Embolien eingesetzt.
Phenprocoumon ist ein orales Antikoagulans, das zur Gruppe der Vitamin-K-Antagonisten (VKA) gehört. Es hemmt die Blutgerinnung und wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz häufig unter dem Handelsnamen Marcumar oder Falithrom verordnet. Phenprocoumon ist eines der ältesten und am besten untersuchten gerinnungshemmenden Arzneimittel in Europa.
Phenprocoumon wirkt, indem es die Synthese bestimmter Gerinnungsfaktoren in der Leber hemmt. Diese Faktoren – darunter Faktor II (Prothrombin), VII, IX und X sowie die Proteine C und S – sind für die Blutgerinnung unverzichtbar und benötigen Vitamin K für ihre Aktivierung.
Phenprocoumon blockiert das Enzym Vitamin-K-Epoxid-Reduktase, das für die Wiederverwertung von Vitamin K zuständig ist. Dadurch steht der Körper vor einem funktionellen Vitamin-K-Mangel, und die Gerinnungsfähigkeit des Blutes wird gezielt reduziert.
Die Dosierung von Phenprocoumon ist individuell und muss regelmäßig angepasst werden. Zur Therapiekontrolle wird der sogenannte INR-Wert (International Normalized Ratio) bestimmt, der die Blutgerinnungszeit standardisiert misst. Je nach Indikation wird ein INR-Zielbereich von 2,0 bis 3,0 (oder 2,5 bis 3,5 bei künstlichen Herzklappen) angestrebt.
Phenprocoumon hat eine lange Halbwertszeit von etwa 5 bis 6 Tagen, was zu einer verzögerten Wirkung und einem langsamen Abklingen nach Absetzen führt. Die übliche Erhaltungsdosis liegt zwischen 1,5 mg und 4,5 mg täglich, variiert aber stark zwischen den Patienten.
Die wichtigste Nebenwirkung von Phenprocoumon ist ein erhöhtes Blutungsrisiko. Mögliche Blutungskomplikationen umfassen:
Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Hautreaktionen, seltene Leberwerterhöhungen und – in sehr seltenen Fällen – eine Kumarinnekrose (Absterben von Hautgewebe durch Gefäßverschlüsse zu Therapiebeginn).
Phenprocoumon weist zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und Lebensmitteln auf:
Phenprocoumon sollte nicht eingesetzt werden bei:
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