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Hämagglutinin ist ein Oberflächenprotein von Influenzaviren, das die Bindung an menschliche Zellen ermöglicht und als zentrales Ziel von Impfstoffen gilt.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenHämagglutinin ist ein Oberflächenprotein von Influenzaviren, das die Bindung an menschliche Zellen ermöglicht und als zentrales Ziel von Impfstoffen gilt.
Hämagglutinin (abgekürzt HA) ist ein Glykoprotein, das sich auf der Oberfläche von Influenzaviren (Grippe-Viren) befindet. Es ist eines der wichtigsten Strukturproteine des Virus und spielt eine entscheidende Rolle bei der Infektion menschlicher und tierischer Zellen. Der Name leitet sich von der Fähigkeit des Proteins ab, rote Blutkörperchen (Erythrozyten) miteinander zu verklumpen – ein Vorgang, der als Hämagglutination bezeichnet wird.
Hämagglutinin ist ein trimeres Protein, das heißt, es besteht aus drei identischen Untereinheiten, die zusammen eine funktionelle Einheit bilden. Jede Untereinheit setzt sich aus zwei Polypeptidketten zusammen: HA1 und HA2. Diese sind durch eine Disulfidbrücke miteinander verbunden. Das Protein ragt wie ein Stiel mit einer kugelförmigen Spitze aus der Virusoberfläche heraus. An der Spitze befindet sich die sogenannte Rezeptorbindungsstelle, über die das Virus an Wirtszellen andockt.
Hämagglutinin erfüllt zwei wesentliche Funktionen im Infektionsprozess:
Influenzaviren werden unter anderem nach ihrem Hämagglutinin-Typ klassifiziert. Bislang sind beim Influenza-A-Virus 18 verschiedene Hämagglutinin-Subtypen (H1 bis H18) bekannt. Diese Unterschiede in der Struktur des HA-Proteins sind verantwortlich dafür, welche Tierarten ein Virus befallen kann und wie ansteckend es für den Menschen ist. Bekannte Subtypen beim Menschen sind beispielsweise H1N1 (Spanische Grippe, Schweinegrippe) und H3N2.
Das Immunsystem reagiert auf eine Infektion mit Influenzaviren, indem es Antikörper gegen Hämagglutinin bildet. Diese Antikörper können die Bindung des Virus an die Wirtszelle blockieren und so eine erneute Infektion verhindern. Allerdings verändert das Influenzavirus sein Hämagglutinin ständig durch zwei Mechanismen:
Diese Variabilität erklärt, warum Grippeimpfungen jährlich angepasst werden müssen.
Hämagglutinin ist das wichtigste Zielantigen für die saisonale Grippeimpfung. Die meisten zugelassenen Influenza-Impfstoffe enthalten gereinigte HA-Proteine, die das Immunsystem zur Bildung neutralisierender Antikörper anregen. Forscher arbeiten intensiv an sogenannten Universalimpfstoffen, die gegen konservierte Bereiche des HA-Proteins wirken sollen und so einen breiteren Schutz gegen verschiedene Influenzastämme bieten könnten.
In der Labordiagnostik wird der Hämagglutinationshemmtest (HHT) eingesetzt, um Antikörper gegen Influenzaviren nachzuweisen. Dabei wird gemessen, ob Patientenserum die Hämagglutination von roten Blutkörperchen durch das Virus hemmen kann. Ein positives Ergebnis weist auf eine frühere Infektion oder Impfung hin.
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