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Nitroglycerin ist ein bewährtes Herzmedikament zur schnellen Behandlung von Angina pectoris und akuten Brustschmerzen. Es erweitert die Blutgefäße und verbessert die Durchblutung des Herzens.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenNitroglycerin ist ein bewährtes Herzmedikament zur schnellen Behandlung von Angina pectoris und akuten Brustschmerzen. Es erweitert die Blutgefäße und verbessert die Durchblutung des Herzens.
Nitroglycerin (lateinisch: Nitroglycerinum), auch bekannt als Glyceroltrinitrat oder GTN, ist ein organisches Nitrat und eines der ältesten sowie wirksamsten Medikamente in der Kardiologie. Es wird vor allem zur Behandlung und Vorbeugung von Angina pectoris – also anfallsartigem Brustschmerz durch Minderdurchblutung des Herzens – eingesetzt. Nitroglycerin gehört zur Gruppe der Nitrovasodilatatoren und ist auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geführt.
Nitroglycerin wird im Körper enzymatisch zu Stickstoffmonoxid (NO) umgewandelt. Stickstoffmonoxid aktiviert das Enzym Guanylatcyclase, was zur Erhöhung des intrazellulären cGMP (zyklisches Guanosinmonophosphat) führt. Dies bewirkt eine Relaxation der glatten Muskulatur in den Gefäßwänden, wodurch sich die Blutgefäße erweitern (Vasodilatation).
Nitroglycerin wird in verschiedenen klinischen Situationen eingesetzt:
Nitroglycerin ist in verschiedenen Formen erhältlich, die je nach klinischer Situation eingesetzt werden:
Die häufigste Form zur Akutbehandlung. Tabletten oder Spray werden unter die Zunge gegeben. Wirkungseintritt innerhalb von 1–3 Minuten, Wirkdauer ca. 20–30 Minuten. Typische Dosis: 0,4 mg als Spray oder 0,3–0,6 mg als Tablette. Bei anhaltenden Beschwerden kann die Gabe nach 5 Minuten wiederholt werden (max. 3 Mal).
Zur Langzeitprophylaxe. Das Pflaster gibt kontinuierlich Nitroglycerin über die Haut ab. Um eine Toleranzentwicklung zu vermeiden, ist ein nitratfreies Intervall von 8–12 Stunden pro Tag notwendig.
In der Intensivmedizin und im Notfall zur gezielten Blutdrucksenkung oder bei akuter Herzinsuffizienz. Ermöglicht eine präzise Dosissteuerung.
Zur oralen Langzeitprophylaxe mit verzögerter Wirkstofffreisetzung.
Die häufigsten Nebenwirkungen von Nitroglycerin sind auf die gefäßerweiternde Wirkung zurückzuführen:
Nitroglycerin darf nicht oder nur mit Vorsicht angewendet werden bei:
Bei dauerhafter Anwendung ohne nitratfreie Pausen entwickelt sich eine Nitrattoleranz: Der Körper reagiert weniger stark auf den Wirkstoff. Um dies zu vermeiden, wird bei der Langzeittherapie stets ein täglich nitratfreies Intervall empfohlen. Die sublinguläre Akutgabe ist von dieser Toleranzentwicklung kaum betroffen.
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