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Die Orbitaphlegmone ist eine schwere, eitrige Entzündung des Fettgewebes in der Augenhöhle. Sie ist ein medizinischer Notfall und erfordert sofortige Behandlung.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenDie Orbitaphlegmone ist eine schwere, eitrige Entzündung des Fettgewebes in der Augenhöhle. Sie ist ein medizinischer Notfall und erfordert sofortige Behandlung.
Die Orbitaphlegmone ist eine akute, diffuse, eitrige Entzündung des Weichgewebes innerhalb der knöchernen Augenhöhle (Orbita). Im Gegensatz zum präseptalen Abszess, der vor dem Septum orbitale liegt, befindet sich die Orbitaphlegmone hinter dieser Gewebeschicht und betrifft damit das eigentliche Fettgewebe der Augenhöhle. Es handelt sich um einen ophthalmologischen und infektiologischen Notfall, der ohne sofortige Behandlung zu schwerwiegenden Komplikationen wie Erblindung oder einer lebensbedrohlichen Hirnhautentzündung führen kann.
Die häufigste Ursache der Orbitaphlegmone ist die direkte Ausbreitung einer Infektion aus den benachbarten Nasennebenhöhlen, insbesondere dem Sinus ethmoidalis (Siebbeinzellen). Weitere mögliche Ursachen sind:
Die häufigsten Erreger sind Staphylococcus aureus, Streptococcus-Arten sowie bei Kindern auch Haemophilus influenzae. Bei immungeschwächten Patienten können auch Pilzinfektionen (z. B. Mukormykose) auftreten.
Die Orbitaphlegmone zeigt typischerweise folgende Zeichen und Beschwerden:
Eine Abgrenzung zur präseptalen (periokulären) Zellulitis, die weniger schwerwiegend ist, ist klinisch und bildgebend unbedingt erforderlich.
Die Diagnose wird klinisch gestellt und durch bildgebende Verfahren gesichert:
Die Orbitaphlegmone erfordert eine sofortige stationäre Aufnahme und eine multidisziplinäre Behandlung unter Einbeziehung von Ophthalmologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) und ggf. Neurochirurgie.
Bei frühen Stadien ohne nachweisbaren Abszess erfolgt zunächst eine hochdosierte intravenöse Antibiotikatherapie. Diese richtet sich gegen das breite Erregerspektrum und umfasst in der Regel Kombinationen aus Breitbandantibiotika (z. B. Ampicillin-Sulbactam, Piperacillin-Tazobactam). Die Therapie wird nach Antibiogramm angepasst.
Bei Nachweis eines subperiostalen oder orbitalen Abszesses, bei Versagen der antibiotischen Therapie oder bei drohenden Komplikationen ist eine chirurgische Intervention notwendig:
Ohne rechtzeitige Behandlung können schwerwiegende Komplikationen auftreten:
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